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Keine Lust auf Wand – die befreite Küche

12.03.2020

Keine Lust auf Wand – die befreite Küche

Fast schon skulptural wirkt die Kochinsel-Lösung aus Quarzstein von Steininger, die sich durch ihre geschichteten Blöcke mit Schubladen auf beiden Seiten auszeichnet. Foto: Steininger

Eigentlich ist die freistehende Küche nichts Neues. Auch wenn die Frankfurter Küche als Urtyp der modernen Einbauküche bereits 1926 entwickelt wurde, setzte sich das System aus standardisierten und fest angebrachten Möbeln erst nach 1945 langsam durch. Davor waren die meisten Küchen modulartig angelegte, freistehende Küchen. Bei diesen war, abgesehen von der Spüle, theoretisch alles verrückbar: der Kühlschrank (sofern vorhanden), der Herd und auch das Küchenbüffet. In Zeiten zunehmender Individualisierung finden Küchenmodule zunehmend den Weg zurück in unser Zuhause.

Doch die Rückkehr zu einzelnen Elementen ist nicht nur an der Küche festzumachen; sie kann im gesamten Wohnbereich beobachtet werden. So wurde etwa der Schrankwand bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends der Garaus gemacht. Und auch im Schlafzimmer geht der Trend weg von einem großen Schrankelement hin zu mehreren kleineren, teilweise unscheinbaren, Möbeln. Und jetzt geht es auch noch der Einbauküche an den Kragen. In Zeiten maximaler Flexibilität und – teilweise – minimalistischer Wohnungseinrichtung sind große zusammenhängende Möbelkomponenten nicht mehr das Maß aller Dinge. Gerade wer beruflich häufiger seinen Wohnort wechseln muss oder in einer eher kleinen Großstadtwohnung lebt, für den sind besonders modulare Küchenelemente eine Alternative.

Flexibilität durch Küchenmodule

Keine Lust auf Wand – die befreite Küche

Die freistehenden Küchenelemente „Liberi in Cucina“ wurden von Alpes Inox entwickelt, um dem Benutzer größtmögliche Gestaltungsfreiheit zu bieten und die Grenzen des herkömmlichen Küchenkonzepts zu durchbrechen. Foto: Alpes Inox

Ungebunden an die Einbauküche und flexibel in der Raumgestaltung lässt sich mit freistehenden Küchenmodulen die Küche nach individuellen Vorlieben im Raum zusammenstellen. Je nach aktueller Wohnsituation kann die Küche wachsen oder wieder kleiner werden. Ein weiterer Vorteil: Freistehende Küchen können bei einem Umzug leicht mitgenommen und in der neuen Küche, je nach Raumsituation, wieder aufgestellt werden.

Dabei sind, im Unterschied zu den freistehenden Küchenmodulen von früher, sogar in der Mitte eines Raumes positionierte Küchenstationen möglich, die Spüle und Herdplatten integrieren, ohne dafür zwangsläufig an einer Wand stehen zu müssen. Die Anordnung der Modulelemente lässt sich genau an die Lage der Wasser- und Strom-Anschlüsse anpassen. So erlauben moderne Modulsysteme eine komplett individuelle Zusammenstellung. Ob als Block oder als Küchenzeile, ob freistehend, wandgebunden oder raumteilend kann die Küche an die jeweilige Raum- und Anschlusssituation angepasst werden.

So können auch die freistehenden Elemente der Modulküche „Liberi in Cucina“ von Alpes Inox beliebig verschoben, verändert, neu konfiguriert oder nach und nach ergänzt werden. „Liberi“ – also frei sein – bedeutet hier vor allem: Freiheit für die persönliche Gestaltung der Küche, für das Spielen mit Maßen, für waagerechte und senkrechte Kombinationen, für Innen- und Außenelemente. Das kompromisslos industrielle Design der Liberi in Cucina will den Modulen eine zeitgenössische, aber gleichzeitig zeitlose Ästhetik verleihen.

Eine Alternative zur Einbauküche

Keine Lust auf Wand – die befreite Küche

Mit der Critter Kitchen möchten Stip die Küche von der Wand lösen und ihr eine einzigartige Leichtigkeit verleihen. Foto: Stip

Die Critter Kitchen von Stip beispielsweise, aus massivem Eschenholz, lässt sich in wenigen Minuten durch das Anziehen von acht Schrauben montieren. Damit kann das Kochen, ebenso wie die Geselligkeit, ganz ins Zentrum der Wohnküche gerückt werden. Unter der Arbeitsfläche eingelassen sind ein Herd und ein Spülbecken, die voll funktionstüchtig sind. Strom und Abfluss liegen versteckt in einer Stahlsäule.

Mit einem All-in-one-Inselelement ist der Mittelpunkt eines Raums im Nu festgelegt, um den sich das gesamte Geschehen drehen kann. Von vier Seiten her zugänglich, anstatt nur von einer, macht der Inselblock sowohl dynamische als auch effiziente Arbeitsabläufe an einem Ort möglich: Angefangen vom Vorbereiten und Kochen über das Lagern der Lebensmittel hin zum Entsorgen der Reste: ein All-inklusive-Paket samt Sitzgelegenheit auf kleinstem Raum.

Freistehende Module zur Gestaltung offener Wohnräume

Keine Lust auf Wand – die befreite Küche

Miras Editions möchte mit Float die Starrheit, die in modernen Küchen vorherrscht, durchbrechen. Das Design stammt von den diesjährigen Guest of Honor von Das Haus MUT Design. Foto: Miras Editions

Eine Küche, bestehend aus freistehenden Modulen eignet sich auch für offen gehaltene Wohn- und Essräume. In Form einer Kochinsel können sie beispielweise eine optische Trennung zwischen Kochbereich und Wohnraum schaffen oder, wie bei der Küchen-Kollektion Float von Miras Editions, die Grenzen zwischen zwei Wohnbereichen verwischen, indem Küchenmodule gleichzeitig als Wohnmöbel agieren. Float verzichtet dabei auf technologischen Exzess in der Küche und besinnt sich auf das Wesentliche. Die Kollektion besteht insgesamt aus 5 Stücken: Kochstation, Schrank, Vitrine, Servierwagen und Raumtrenner-Schrank-Kombination. Jedes Stück ist eine freistehende, mobile Insel, die in offene Räume je nach Belieben integriert werden kann.