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#livingkitchen

Branchenstatements mit Lasse Naber von Naber

15.10.2018

Foto: Naber

Naber ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Stammsitz in Nordhorn. Im Vollsortiment entwickelt, produzieret und vertreibet das niedersächsische Unternehmen Küchenzubehör. In den Branchenstatements spricht Geschäftsführer Lasse Naber über offenen Einrichtungslösungen, Urbanisierung, Individualisierung und die Zukunft der Küche.

1948 gründete Hermann Naber eine Handelsvertretung und Großhandel für Tischlereibedarf und Möbelbeschläge. Mitte der 1970er Jahre wurde von Ingrid und Hans-Joachim Naber das neue Sortiment „Küchenzubehör" entwickelt. Durch Kreativität, Offenheit, Nähe zum Markt sowie Bezogenheit zu Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten wurde die Naber GmbH zu einem der führenden Küchenzubehör-Vollsortimenter in Europa. Mit Lasse Naber trat 2003 die dritte Generation in die Geschäftsleitung ein.

Warum hat die Küche wieder einen so enorm hohen Stellenwert in unserer Wohnkultur eingenommen?

Steigende Grundstückspreise und wachsende Urbanisierung führen zu einer kompakteren Bauweise, verbunden mit einer modernen, offenen Raumaufteilung. Durch ihr wohnliches Design lässt sich die Küche trotz ihrer hohen Funktionalität und ihrer effizienten technischen Ausstattung besser denn je in offene Wohnraumlösungen integrieren und wird so zum kommunikativen Zentrum des Hauses oder der Wohnung. Ob fließende Übergänge zwischen Küche und Essbereich oder sogar bis hin zum Wohnbereich: Die Liebhaber der modernen Offenheit nehmen zu. Durch fehlende Trennwände wirken Räume luftiger, größer und ermöglichen ganz neue, durchgängige Einrichtungsansätze. Das gilt übrigens auch für kleinere Räume.

Wie wichtig ist Design bei der Vermittlung von „inneren Werten”?

Innen so schön wie außen ist ein ästhetischer wie funktionaler Anspruch. Deshalb geht es nicht nur um den äußeren Look, sondern in gleichem Maße um den organisierten Anwenderalltag. Gut geplanter, ästhetischer, pflegeleichter und vor allem perfekt auf den jeweiligen Nutzer zugeschnittener Stauraum ist nicht nur schön, sondern auch komfortabel, übersichtlich und spart Zeit. Unsere Schubladen-Organisationssysteme wie z.B. Cuisio, Modify, Regolare sowie unsere multifunktionale Cox Box oder Cox Work entsprechen exakt diesem Anspruch.

Einer der wohl anhaltendsten Megatrends ist die Individualisierung.

Lasse Naber
Naber

Wohin wird sich die Küche entwickeln und welchen Raum wird sie im Leben und Wohnen in 10 bis 15 Jahren einnehmen?

Zunehmende Urbanisierung, wachsende Mobilität und steigende Grundstückspreise werden künftig auch Einrichtungsgegenstände beeinflussen. Gefragt sind Eigenschaften wie Schlichtheit, schnelle Zugänglichkeit, leichte Verständlichkeit, einfache Handhabbarkeit: Weniger ist mehr. Ob Wohnlösungen für kleine Räume oder neue Raumkonzepte für Wohnsituationen, die verschiedenen Anforderungen gleichzeitig standhalten sollen: Das Resultat sind viele multifunktionale, flexible und modulare Einrichtungslösungen wie unsere Concept Kitchen. Die Küche spielt dabei die Rolle eines multifunktionalen Raums zum Kochen, Essen, Arbeiten und Leben.

Urbanisierung und Digitalisierung sind Megatrends im Interior Design, die sich auch im Küchensektor wiederfinden. Wie geht Naber mit diesen Megatrends um?

Einer der wohl anhaltendsten Megatrends ist die Individualisierung. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass im Zuge des herstellerspezifischen Digitalisierungsprozesses die Vielfalt an Material, Farbe und Maß weiter wachsen wird. Bis dato orientieren sich die in der Inneneinrichtung eingesetzten Materialien an der Natur (Holz, Metall, Stein). Das wird auch so bleiben. Was Farben anbelangt, so spielen diese in puncto Einrichtung in jedem Land eine unterschiedliche Rolle. So zeigt sich der deutsche Verbraucher hier eher zurückhaltend und greift auf so genannte Nichtfarben wie Weiß, Grau oder Schwarz zurück, während der Franzose und Italiener sich gerne mit kräftigen Farben umgibt. Grundsätzlich gilt: Der Verbraucher kann, wo immer er lebt, sich hinsichtlich Form, Farbe, Material maßgeschneidert oder modular seine ganz persönliche Villa Kunterbunt einrichten und sich ganz und gar des Mottos "Ich mach’ mir die Welt wie sie mir gefällt" bedienen.

Wie sehen Sie die Zukunft der technologisierten Küche? Und welche weiteren Technologien im Armaturenbereich werden ihren Weg in die Küche finden?

Unseres Erachtens wird die Küche noch smarter werden. Jedoch begreifen wir den Begriff "smart" als intelligent, bedienerfreundlich und nutzerorientiert. Das gilt sowohl für die von uns entwickelte Ablufttechnik (COMPAIR Lüftungstechnik) als auch für die von uns vermarktete Licht-Technik. Es gilt das Motto: nicht so viel wie möglich, sondern so viel wie nötig. Das trifft auch auf die Armaturen zu, die künftig kompakte Einheiten bilden, mit denen kochendes und/oder gefiltertes Wasser, Trinkwasser mit und ohne Kohlensäure gezapft werden kann. Der Einsatz von Sensoren oder mechanischen Bedienelementen machen deren Bedienkomfort aus. Wir bieten das gesamte Produktportfolio an, um diesen Trends gerecht zu werden.

Foto: Lasse Naber

Nach Abitur, Lehre und BWL-Studium folgten Auslandsaufenthalte und Tätigkeiten in Assistenzpositionen verschiedener Unternehmen auf der Managementebene. 2003 rückte mit Lasse Naber die dritte Generation in die Geschäftsleitung der Naber GmbH ein. In seiner Verantwortung liegen Produktentwicklung, Logistik und Controlling.